Kemperhof Koblenz St. Elisabeth Mayen

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Unsere Schwerpunkte und Aufgaben

Unsere Klinik unter der Leitung von Dr. med. Ludger Franzaring ist mit 45 Regelbetten ausgestattet. Damit stellt sie eine der größten Schwerpunktabteilungen im nördlichen Rheinland-Pfalz dar.

Sie deckt das gesamte Spektrum des urologischen Fachgebietes ab, dabei führen wir alle offen chirurgischen, uro-onkologischen Tumoroperationen, Steinsanierungstherapien und endoskopischen Eingriffe durch (mit der Ausnahme von Nierentransplantationen).

Außerdem werden Brachytherapien der Prostata in Zusammenarbeit mit der Strahlentherapeutischen Klinik Dr. med. Anke Schendera durchgeführt.

Die Durchführung der medikamentösen Tumortherapie gehört ebenso zu unserem Spektrum. Bei speziellen Fragestellungen arbeiten wir zudem eng mit der Hämato-/Onkologie unseres Hauses zusammen.



Unsere Schwerpunkte

 

Uro-Onkologie

Der Retroperitonealraum mit Niere, Nebenniere und Harnleiter

Heute werden die meisten Raumforderungen der Niere und Nebenniere durch Zufall bzw. bei Vorsorgeuntersuchungen durch bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Computertomographie oder MRT entdeckt und dargestellt.
Je nach Lage und Größe und natürlich Konstitution des Patienten wird die entsprechende operative Therapie besprochen und schließlich durchgeführt.
Bei kleineren Nierentumoren bis zu einer Größe von 6 cm kann unter Erhaltung der Niere der Tumor aus der Niere entfernt werden. Unter Schnellschnittbedingungen kann das entfernte Gewebe mikroskopisch direkt untersucht werden, um sicherzugehen, dass keine weiteren bösartigen Zellen in der Niere existieren.
Bei größeren Nierentumoren muss die gesamte Niere - in manchen Fällen auch die Nebenniere (Adrenalektomie) - entfernt werden. Diese Operationen werden über einen Flankenschnitt oder einen queren Bauchschnitt durchgeführt.
In der Regel übernimmt die verbleibende Niere die Entgiftungsfunktion des Körpers.
Postoperativ werden die entsprechenden Untersuchungen (Staging) durchgeführt. Wenn der Tumor komplett entfernt ist und es keine Tochtergeschwülste gibt, kann man von einer vollständigen Heilung ausgehen. Durch regelmäßige Nachsorge-Untersuchungen sollen eventuelle erneute Tumore oder Metastasen frühzeitig erkannt werden. Diese werden in regelmäßigen Abständen von niedergelassenen Kollegen durchgeführt.
Werden Metastasen gefunden, stehen heute neue Medikamente (Tyrosinkinaseinhibitoren, m-TOR etc.) zur Verfügung, die das Gefäßsystem der Tumore/Metastasen angreifen und zerstören. Diese Art der Therapie kann meist ambulant durchgeführt werden.

Harnblase/Harnleiter
 
Das Harnblasenkarzinom stellt beim Mann die 4. häufigste, bei der Frau die 6. häufigste bösartige Erkrankung dar. Zu den Risikofaktoren gehören bestimmte Chemikalien wie Amine, Formaldehyd, Asbest, Benzene. Als gesicherter Einflussfaktor gilt Nikotin als Risiko für die Entstehung des Blasenkarzinoms. 
Symptome: Das häufigste erste Symptom ist die schmerzlose Makrohämaturie, eine Blutbeimischung des Urins. Schmerzen oder Beschwerden beim Wasserlassen sind eher selten. Diagnostik: Zum Standard, um einen Blasentumor festzustellen, gehört die Blasenspiegelung (Zystoskopie). Eine Ultraschalluntersuchung, ein Infusionsurogramm und eine Urinuntersuchung werden als ergänzende Diagnostik durchgeführt. Zellzytologie oder der Nachweis von verschiedenen Proteinen (BTA-Test, NMP 22 Test, HA/Haase Test, Telomerase) im Urin sind weitere Möglichkeiten zur Diagnostik eines Harnblasenkarzinoms, noch können sie aber die Blasenspiegelung nicht ersetzen. Das Blasenkarzinom wird in verschiedene Formen eingeteilt, die sich auf die jeweiligen Ausgangszellen beziehen.
Die Harnblase, der Harnleiter und das Nierenbeckenkelchsystem sind aus bestimmten Zellen ausgekleidet, dem sogenannten Urothel, dementsprechend bezeichnet man das am häufigsten vorkommende Karzinom als Urothelkarzinom. Als selten gelten Adenokarzinome und Plattenepithelkarzinome. Hinzu kommt die Möglichkeit des Befalls sowohl des Nierenbeckenkelchsystems als auch des Harnleiters. Bei dieser Art des Befalls ist eine Entfernung der Niere des betreffenden Nierenbeckenkelchsystems, des Harnleiters und einer so genannten Blasenmanschette notwendig.  
Die Stadieneinteilung beschreibt zum Einen die Ausdehnung in die Harnblasenwand des Karzinoms und zum Anderen die Aggressivität des Tumors. TiS: Carcinoma in situ
              Ta: nichtinvasives papilläres Karzinom
              T1: Tumor infiltriert subepitheliales Bindegewebe  
              T2: Tumor infiltriert die Blasenwandmuskulatur  
              T3: Tumor durchbricht die Blasenwand 
              T4: Tumor wächst in Nachbarorgane ein   
Das Grading beurteilt die Aggressivität und wird mit „G“ von 1-4 gekennzeichnet. 
 
Therapie

Am Anfang der Therapie steht zumeist die transurethrale Resektion der Tumore. Damit ist bei oberflächlichen Tumoren meist schon eine komplette Entfernung möglich. Zusätzlich dient der Eingriff dazu, den Tumor genau histologisch bestimmen zu können. Nach dem histologischen Ergebnis richtet sich auch die sogenannte stadiengerechte Therapie. Oberflächliche Tumore (pTa, G I bis pT1, G II) können mit der transurethralen Resektion sehr gut therapiert werden. Allerdings haben diese den Nachteil einer hohen Rezidivrate (Rückfallquote). Dafür kommt es aber selten zu einem Fortschreiten der Erkrankung. Möglichkeiten der adjuvanten Instillationtherapie (Mitomycin) kommen bei Rezidivtumoren oder bei Tumoren, die an mehreren Stellen der Blase gefunden wurden, zur Anwendung.  pTa, G II bis pT1, G II - sogenannte intermediate risk Tumore -  werden zunächst mit einer TUR-B (transurethralen Resektion) behandelt. Allerdings haben diese ein höheres Risiko des wiederkehrenden und des infiltrativen Wachstums, sodass  bei diesen Tumoren eine sogenannte 2. Sitzung in 4 bis 6 Wochen durchgeführt wird.
Hierzu steht uns die Möglichkeit der fluorenszenzunterstützten Cystoskopie (HEXVIX) zur Verfügung, um befallene Areale, die unter normalem Licht unauffällig erscheinen,  zu entdecken. Die Rezidivprophylaxe mit einer Instillationstherapie ist dann erforderlich. Bei einer bestimmten Konstellation (pT1, GIII oder Ptis) kommt ein anderes Chemotherapeutikum zum Einsatz (BCG=Bacillus Calmette Guerin), das ebenfalls in einem vorgegebenen Rhythmus in die Blase instilliert wird. Bei muskelinvasiven Karzinomen (pT2-pT4) ist eine organerhaltende Therapie nicht sinnvoll. Eine radikale Entfernung der Harnblase wird notwendig. Dazu werden beim Mann die Samenblasen und die Prostata, bei der Frau die Gebärmutter, Eierstöcke und ein Teil der Vagina mit entfernt.   
In unserer Klinik werden verschiedene Möglichkeiten der Harnableitung durchgeführt. Darunter die Anlage einer Ileumneoblase, bei diesem Eingriff wird aus einem Anteil des Darms eine neue Blase geschaffen, wobei der Patient nach der Operation weiterhin kontinent ist. Bei Befall der Harnröhre ist diese Art der Harnableitung nicht möglich und man muss die Harnröhre mit entfernen. Kontinente Verfahren stellen z.B. der Nabelpouch dar, der durch Selbstkatheterismus über den Nabel entleert werden muss. Ist auch dieses Verfahren nicht möglich, sind das Ileumconduit (nasses Stoma) mit Ausleitung eines ausgeschalteten Darmstückes über die Haut, in das zuvor die Harnleiter implantiert wurden, oder die direkte Ausleitung der Harnleiter über die Haut (TUUC) weitere Möglichkeiten. Sollte bei diesen Operationen der Tumor nicht vollständig entfernt worden sein, gibt es die Möglichkeit der adjuvanten Chemotherapie, mit z.B. Gemcitabine/Cisplatin, Gemcitabine/ Carboplatin, Taxolkombinationen.
All diese Behandlungsstrategien werden individuell auf den Patienten und die jeweiligen Umstände angepasst.

Prostatakarzinom

Das Prostatakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes. In Deutschland gibt es ca. 40.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Der Zertifizierungsprozess zum Prostatakarzinom-Zentrum ist bereits in Vorbereitung.
Die wichtigste Aufgabe des Mannes besteht in der Nutzung der Vorsorgeuntersuchung ab dem 40. bis 45. Lebensjahr durch den niedergelassenen Urologen.
Als Bestandteil dieser Vorsorgeuntersuchung sind die digitale rektale Untersuchung (Tasten der Prostata über den Enddarm) sowie die Kontrolle des PSA-Wertes (Prostata spezifisches Antigen) gegebenenfalls mit dem dazugehörigen Quotienten (der sich aus freiem und gebundenem PSA errechnen lässt). Zurzeit liegt die Normgrenze bei 4ng/ml. Allerdings kann auch unterhalb dieser Normgrenze ein Prostatakarzinom auftreten. Zusätzlich kann ein Ultraschall der Prostata über den Enddarm durchgeführt werden.

Bei Verdacht auf ein Prostatakarzinom wird eine Ultraschall gesteuerte Stanzbiopsie über den Enddarm durchgeführt, in unserer Klinik werden jeweils 6 Biopsien pro Seitenlappen (insgesamt 12) nach dem HELPAP-Schema entnommen. Zusätzlich kann es notwendig werden eine spezielle Untersuchung mittels Kernspintomographie (MRT) durchzuführen.

Stanzbiopsie

Therapiemöglichkeiten

Auch hier wird je nach Ausdehnung und Aggressivitätsgrad eine entsprechende Therapie ausgewählt.
Wir bieten die Möglichkeit der verschiedenen operativen Therapien, die Möglichkeit der Brachytherapie (innere Bestrahlung) und die medikamentöse Hormontherapie.

Operationen
 
  • Offene chirurgische retropubische radikale Prostatektomie
  • Laparoskopische  (Schlüssellochtechnik) radikale Prostatektomie
  • Nervenschonende radikale perineale Prostatektomie
  • Laparoskopische Lymphadenektomie (Entfernung der Lymphknoten über Schlüssellochtechnik)


Vor der Operation sollten bestimmte Umfelduntersuchungen stattfinden, um sicherzugehen das keine Metastasen vorhanden sind. Dazu gehören eine Knochenszintigraphie und ein CT-des Bauchraums. In unserer Klinik haben die Operateure langjährige Erfahrung mit den oben genannten Verfahren, die die Qualität unserer Ergebnisse widerspiegeln.
Bei bestimmten Konstellationen in Bezug auf den PSA-Wert
 (> 10 mg/ml) und dem sogenannten Gleason-score (>7a) wird eine gleichzeitige Entfernung der Lymphknoten des kleinen Beckens empfohlen.

Radikale perineale Prostatavesikuloektomie

Hierbei ist der Zugangsweg zur Prostata ein Dammschnitt. Unter Schonung des Rektums (Enddarm) lassen sich die Prostata und die Samenblasen sehr blutungsarm und schonend entfernen. Dazu wird die Harnröhre zunächst durchtrennt, die Prostata entfernt und die Harnröhre mit dem Blasenhals verbunden (Anastomose). Während der Operation werden Gewebeproben von Blasenhals und Harnröhre vor Anlegen der Anastomose in einem Schnellschnittverfahren auf bösartige Zellen untersucht. Im Kapselbereich der Prostata liegen die für die Erektion zuständigen Nerven, diese können in bestimmten Fällen, bei nicht sehr ausgedehntem Befall der Prostata geschont werden und so die erektile Funktion erhalten werden.

Laparoskopische Prostatavesikuloektomie

Hierbei werden die Prostata und ggf. die Lymphknoten durch das Schlüssellochverfahren entfernt. Hierzu werden durch vier kleinere Schnitte in der Bauchdecke die Kamera/Arbeitskanäle in die Bauchhöhle eingebracht. Nach Füllung der Bauchhöhle mit Gas, kann die Prostata ebenfalls unter Durchtrennung der Harnröhre radikal entfernt werden. Bei früher stattgefundenen Operationen im Bauchraum ist dieses Verfahren erschwert, da mit Verwachsungen zu rechnen ist.
 

Brachy-Therapie

Strahlentherapie

Eine Alternative zur Operation stellt die Strahlentherapie der Prostata dar. In enger Zusammenarbeit mit der Klinik für Strahlentherapie Dr. med. Anke Schendera, bieten wir den Patienten nach ausführlicher Beratung die Möglichkeit der Brachytherapie an. Hierbei handelt es sich um eine HDR-Afterloading Brachytherapie (Iridium 192)  mit anschließender konformaler Bestrahlung. Bei diesem Verfahren wird die Prostata zunächst über einen transrektalen Ultraschall genau ausgemessen, um die entsprechende Strahlendosis zu errechnen, die dann mit speziellen Nadeln direkt in die Prostata in einer 2. Sitzung geleitet wird. All dies geschieht in einer Kurznarkose.
Die Behandlung dauert etwa 10 Minuten. Die weitere Behandlung, die percutane Bestrahlung wird mit der Klinik für Strahlentherapie vereinbart.                                                                           
Es erfolgt nach der percutanen Bestrahlung ein 2. Afterloading.  
Vor Durchführung dieser Therapieform bieten wir den Patienten die Möglichkeit der Sprechstunde mit der Strahlentherapeutin Frau Dr. Anke Schendera und dem urologischen Oberarzt Dr. Feils mittwochs zwischen 14:00 und 16:00 Uhr nach Vereinbarung.
 

Hormonbehandlung

Neben der Operation und der Strahlentherapie gibt es wirkungsvolle Medikamente, die auf die Produktion des Sexualhormons Testosteron und dessen Abbauprodukte wirkt, welche Wachstumsfaktoren für das Prostatakarzinom darstellen. Hierzu zählen Medikamente, die zum Einen alle 3 Monate als Spritze unter die Haut, LHRH-Analoga oder Antagonisten z.B. Degarelix alle 4 Wochen und zum Anderen in Tablettenform verabreicht werden können. 

Chemotherapie 
 
Die medikamentöse Tumortherapie des Prostatakarzinoms wird ebenfalls angeboten, so stellt die Therapie mit z.B. Doxetacel eine Möglichkeit der adjuvanten Therapie dar.     

hoden

Hodentumore

Hodentumore haben wie viele bösartige Erkrankungen keine schmerzhafte Symptomatik. Am häufigsten sind Männer im Alter zwischen 20 und 40 Jahren betroffen. Wir bieten alle notwendige Diagnostik und Therapie für die betroffenen Patienten an.
Festgestellt wird ein Hodentumor meist mit einer Ultraschalluntersuchung. Bevor eine Operation durchgeführt wird, sollte eine umfangreiche Diagnostik erfolgen. Diese besteht zum Einem aus einer Blutentnahme mit Bestimmung der sogenannten Tumormarker (ß-HCG, alpha-Fetoprotein und LDH) und zum Anderen aus der Computertomographie des Bauchraums und der Lunge. Es existieren verschiedene Formen des Hodentumors, ausgehend von verschiedenen Zellen des Tumors. Man unterscheidet Keimzelltumoren (Seminom) und Nicht-Keimzelltumoren (Dottersacktumor, embryonales Karzinom, Teratom). All diese Komponenten können auch gemeinsam auftreten und werden dann auch als Hodenmischtumore bezeichnet. Auch die präoperative Kryokonservierung (das Einfrieren von Spermien) ist für Patienten mit bestehendem Kinderwunsch in Zusammenarbeit mit der Praxis Dr. med. Beran in Neuwied möglich.   

Operation
 
Die Operation wird über die Leiste durchgeführt, wobei dann der Hoden freigelegt wird. In den meisten Fällen ist die Entfernung des Hodens notwendig, um eine Heilung zu erreichen. Die intraoperative Schnellschnittuntersuchung wird auch hier genutzt. Die Einlage einer Hodenprothese ist während des 1. Eingriffs allerdings auch nachträglich möglich. Um einen Befall des anderen Hodens auszuschließen, wird von der Gegenseite ebenfalls eine Gewebeprobe entnommen.
Je nach endgültiger Histologie, in der die Ausdehnung und Art des Tumors beschrieben wird und ob Metastasen gefunden wurden, kann eine nachfolgende Therapie notwendig werden.
Adjuvante Therapie: Chemotherapie  PEB, PEI, Carboplatin-Montherapie,  Bestrahlung, Operation-Lymphadenektomie.
Die medikamentöse Tumortherapie wird regelmäßig in unserer Klinik durchgeführt. Zuvor sollten bestimmte Untersuchungen erfolgen wie Lungenfunktion, Echokardiographie. Die Bestrahlung wird in Zusammenarbeit mit der Klinik für Strahlentherapie in unserem Hause durchgeführt. In manchen Fällen  (z.B. Metastasen des Teratoms) wird eine radikale Entfernung der Lymphknoten notwendig, die unter Schonung der dort verlaufenden Nerven durchgeführt wird.

 
Bösartige Neubildung des Penis

Das Peniskarzinom ist eine eher seltene Erkrankung. Hautveränderungen im Bereich der Eichel, der Vorhaut oder des Penisschaftes sind erste Zeichen, die zum Teil noch mit Laser behandelt werden können. Häufig ist eine Teilentfernung, bzw. komplette Entfernung des Penis notwendig.
Eine Lymphknotenentfernung in einer zweiten Sitzung wird bei ausgedehnten Befunden notwendig. Als Chemotherapie stehen zurzeit leider keine Medikamente zur Verfügung, die eine eindeutige Verbesserung  der Krankheit nachweisen.


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Prostatachirurgie

Prostatachirurgie - Behandlung der gutartigen Vergrößerung der Prostata

Die gutartige Vergrößerung der Prostata ist eine der häufigsten Erkrankungen des Mannes. Die Normalgröße der Prostata beträgt ca.15 ml.
Aus der Vergrößerung der Prostata entstehen verschiedene Symptome, wie z.B. Restharnbildung, häufiges Wasserlassen, nächtliches Wasserlassen, wiederkehrende Harnwegsinfektionen, Blasensteine und Nierenversagen. Das benigne Prostatasyndrom (BPS) wird zu Beginn der Erkrankung mit verschiedenen Medikamenten wirkungsvoll (alpha-Blocker, 5-alpha-Reduktasehemmer und Anticholinergika) therapiert.
Ist deren Wirkung nicht mehr ausreichend, kommen verschiedene Möglichkeiten der operativen Therapie in Frage.
Vor der operativen Therapie wird die Prostata in unserer Klinik mittels einer Ultraschalluntersuchung über den Enddarm ausgemessen und andere Ursachen für die Beschwerden des Patienten ausgeschlossen. An unserer Klinik werden verschiedene Verfahren durchgeführt:   ·

  • TUR-P (Ausschälen der Prostata durch die Harnröhre mit einer Elektroschlinge)
  • TURis-P (Ausschälen der Prostata in Kochsalzlösung)
  • TUIP  (Inzidieren der Prostata über die Harnröhre) 
  • Vaporisation der Prostata (Verdampfung des Prostatagewebes)
  • Suprapubische transvesikale Prostataadenomenukleation (offene Operation mit Unterbauchschnitt)
  • Holmium-Laser-Therapie der Prostata

TUR-P (transurethrale Resektion der Prostata)

Bis zu einer Größe von ca. 70 ml kann das Adenom der Prostata mit diesem Verfahren durch die Harnröhre mit monopolarem Strom über eine Elektroschlinge entfernt werden. Während dieser Operation werden kleinere Blutungen ebenfalls mit Strom gestillt. Danach wird für ca. 4 Tage ein Katheter eingelegt. Die meisten Patienten verlassen unsere Klinik am 5. postoperativen Tag.  

TURis-P (Entfernung in Kochsalzlösung)

Der Unterschied zum oben genannten Verfahren besteht in der Art des genutzten Stroms. Hier wird der Stromkreis direkt an der Schlinge geschlossen, so kann in einer anderen Art von Spülung gearbeitet werden und es lassen sich verschiedene Risiken für den Patienten minimieren. Dieses Verfahren wird bei größeren Drüsen angewandt. 

TUIP (transurethrale Incision der Prostata)

Dieses Verfahren wird bei kleinen (30 ml) Drüsen und vor allem jungen Patienten angewandt. Hier wird die Drüse lediglich an bestimmten Stellen eingekerbt. Meist kann die Ejakulation über die Harnröhre und damit die Zeugungsfähigkeit erhalten bleiben.

Vaporisation der Prostata
 
Bei diesem Verfahren wird das Prostatagewebe durch eine bipolare Elektrode „verdampft“. Dieses Verfahren ist sehr schonend und hat den Vorteil, dass eine sofortige Blutstillung mit der Verdampfung einhergeht. Dieses Verfahren wird vor allem bei Patienten angewandt, die unter mehreren anderen Erkrankungen leiden.
 
Suprapubische transvesikale Prostataadenomenukleation (offen- chirurgische Entfernung der Prostata unter Eröffnung der Harnblase)

Dieses Verfahren wird bei Prostatadrüsen angewandt deren Größe 70 ml deutlich überschreitet, Blasensteine zu entfernen sind, bzw. Blasendivertikel mit entfernt werden müssen.
 

Steintherapie

Steintherapie

Steintherapie

Harnsteine entstehen aus Salzen, fast 5 %  der Bevölkerung in Deutschland leiden an Harnsteinen. Die Steine sind aus unterschiedlichen Bestandteilen zusammengesetzt. Am häufigsten sind Calciumoxalat-, Harnsäure- und Calciumphosphatsteine. Diese wasserunlöslichen Verbindungen können ganz winzig sein (Gries) aber auch das ganze Nierenbecken ausfüllen. Fällt ein Stein in den Harnleiter kann es zu plötzlich auftretenden Koliken (krampfartige Schmerzen) in der betreffenden Flanke, Unterbauch kommen, die mit Erbrechen, Übelkeit einhergehen können.
Häufig kann es notwendig sein, eine Harnleiterschiene einzubringen, um den Stau des Urins durch den Stein aufzuheben. Dies geschieht unter lokaler Betäubung mit Spiegelung der Harnblase und Einlage dieser Schiene unter radiologischer Kontrolle. Bei diesem Eingriff kann es dazu kommen, dass der Stein in das Nierenbecken zurückfällt und so der Extrakorporalen Stoßwellentherapie (ESWL) zugänglicher wird.
Je nach Steinart, Lage und Größe kommen verschiedene Therapieoptionen in Frage. Alle Therapieformen der modernen Steinsanierung werden in der Klinik für Urologie und Kinderurologie des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein durchgeführt.
 
Steinauflösung

Harnsäuresteine lassen sich durch bestimmte Medikamente auflösen. Diese Medikamente wirken sich auf die Säurezusammensetzung des Urins aus und verschieben den pH-Wert auf 6,8-7,2, was in einer Tabelle und Urintestung leicht zu handhaben ist.
 
Extrakorporale Stoßwellentherapie

In unserem Steinzentrum steht eine der modernsten Zertrümmerungsmaschinen in Deutschland.
Die Steinzertrümmerung kann entweder ultraschallgesteuert oder radiologisch kontrolliert durchgeführt werden. Die Therapie kann meist ambulant durchgeführt werden. In bestimmten Fällen ist es notwendig, vorher eine Harnleiterschiene endoskopisch einzulegen. Zuvor sollte ein aktuelles Bild zur Untersuchung mitgebracht werden. Außerdem müssen blutverdünnende Medikamente abgesetzt worden sein. Vor der Behandlung verabreichen wir Schmerztropfen, um die Behandlung angenehmer zu gestalten. In manchen Fällen ist eine zweite Behandlung notwendig.

 
PNL (percutane Litholapaxie)
 
Bei größeren Steinen der Niere kann diese punktiert werden und über ein eingebrachtes spezielles Endoskop mit einer Ultraschallsonde zertrümmert und Steinreste abgesaugt werden. Offene Steinoperationen kommen nur noch selten vor. 

 
URS (Ureterorenoskopie)

Mittels eines speziellen Endoskops welches sich in den Harnleiter einbringen lässt, können Harnleitersteine im Harnleiter durch eine Lasersonde (Holmium-Yag)  zertrümmert und entfernt werden. Bei speziellen Steinlagen steht uns auch die flexible Ureterorenoskopie zur Verfügung, mit diesem Gerät können auch in der unteren Kelchgruppe liegende Steine endoskopisch entfernt werden. Dieses Gerät verfügt über ein flexibles Endstück, das eine Beweglichkeit bis zu 270 Grad aufweist und somit das gesamte Nierenbecken einzusehen ist.

Röntgenbilsd Stein

Urotraumatologie

Bei Unfällen können auch die Nieren, die Harnleiter, die Blase, die Harnröhre und die Genitalorgane verletzt werden.

Kleinere Nierenverletzungen können meist ohne Operation behandelt werden. Bei größeren Niereneinrissen und Zerreißungen wird die Niere durch Nähte oder ggf. durch Anlage eines Netzes rekonstruiert.
Harnleiterverletzungen können nach Abriss wieder aneinander genäht werden oder müssen durch verschiedene Techniken neu in die Blase eingepflanzt werden. Blasenverletzungen werden meist vernäht. Die Fistelbildungen von der Blase zur Scheide müssen je nach Lage und Größe der Fistel entweder durch die Scheide oder über einen Unterbauchschnitt verschlossen werden.

Harnröhrenabrisse werden durch Einlage von Harnröhrenschienen mittels Katheter aneinander genäht. Bei Hoden- und Penisverletzungen wird das Organ meist wieder rekonstruiert.

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Urologische Behandlung von Kindern

Kinderurologie

In Zusammenarbeit mit der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und Chefarzt Priv. Doz. Dr. med. Thomas Nüßlein werden Erkrankungen diagnostiziert und behandelt.  
Begonnen bei der Verengung der Vorhaut (Phimose), die bis zum 6. Lebensjahr behandelt werden sollte, bieten wir die Beschneidung (Zirkumzision) an. Dabei handelt es sich um einen ambulanten Eingriff, sodass die Kinder meist am Operationstag noch entlassen werden können.
Für die wiederkehrenden (rezidivierenden) Harnwegsinfekte des Kindes gibt es viele mögliche Ursachen, die in verschiedenen Untersuchungen abzuklären sind.  Dazu zählen folgende Ursachen:
  • Phimose
  • Urethralklappe (kleines Häutchen der Harnröhre, welches das vollständige Entleeren der Harnblase erschwert)
  • Reflux  (Zurückfließen des Urins ins Nierenbecken)
  • Megaureteren (angeborene Aufweitung der Harnleiter)
  • Subpelvinstenosen (Enge im Übergang des  Nierenbeckens zum Harnleiter)
  • Harnröhrenfehlmündungen (Hypospadie, Epispadie)


All diese Ursachen können in unserer Klinik diagnostiziert werden. Die Kinder werden dazu stationär in der Kinderklinik aufgenommen und für die Untersuchungen in Narkose versetzt.
Je nach Fragestellung werden Blasenspiegelungen, spezielle Röntgenuntersuchungen mit Kontrastmittel oder auch MRTs durchgeführt.

Diese Untersuchungen werden auch bei Kindern durchgeführt die an täglichem oder nächtlichem Einnässen leiden (kindliche Inkontinenz bzw. Enuresis nocturna), um eine organische Ursache auszuschließen bzw. festzustellen.
Auch die Fixierung des Hodens im Hodensack (Orchidopexie) bei Leistenhoden bzw. Gleithoden, bzw. das Verschließen eines kindlichen Leistenbruchs (offener Processus vaginales) werden in unserer Klinik regelmäßig durchgeführt. Der kindliche Hoden sollte bis zum 2. Lebensjahr im Hodensack fixiert sein, sollte das nicht der Fall sein, gibt es zunächst die Möglichkeit der Hormontherapie. Ist diese Therapie unwirksam, ist die Operation indiziert. Bei ständigem Hochrutschen des Hodens in die Leiste, kann ein „Tagebuch“ über die Verweildauer des Hodens im Hodensack angelegt werden, um die Indikation der Operation klar stellen zu können. Das Verweilen des Hodens in der Leiste kann Folgen für die Samenproduktion, aber auch eine mögliche Entartung des Hodens zur Folge haben.

Operationen wie Neueinpflanzung des Harnleiters in die Harnblase (Ureterocystoneostomie), kindliche Nierentumoren (WILMS-Tumore), Nierenbeckenplastiken werden mit der Kinderklinik unseres Hauses koordiniert und regelmäßig in unserer Klinik operiert. Hierbei wird auf eine möglichst geringe Traumatisierung des Kindes geachtet.

Weitere Informatikonen der Kinderklinik finden Sie hier


Inkontinenzdiagnostik und -therapie

Inkontinenz- und Blasenentleerungsstörungen


Wir bieten sowohl die Möglichkeit der Diagnostik als auch die der Therapie der verschiedenen Erkrankungen an.
Unsere Klinik verfügt über einen modernen Messplatz (URODYNAMIK), der die Möglichkeit bietet, sämtliche notwendigen Untersuchungen an einem Ort durchführen zu können.
Hier können die Befunde der Patienten mit z.B. unwillkürlichen Blasenentleerungsstörungen bei z.B. Multipler Sklerose, Querschnittslähmung problemlos erhoben werden. Im Bezug auf  Patienten mit Querschnittslähmung arbeiten wir eng
mit der Station S0 II des Stiftungsklinikums Mittelrhein Koblenz,  Oberarzt  Dr. Ditscheid zusammen, deren Patienten von unseren Oberärzten regelmäßig visitiert werden.

Belastungsinkontinenz

Der unwillkürliche Urinverlust der Frau kann verschiedene Ursachen haben, z.B. Geburten, Entfernung der Gebärmutter. Hierbei entsteht eine Schwäche des Beckenbodens. Nach Durchführung einer Urodynamik, bietet unsere Klinik die Einlage eines zugfreien Bandes (TVT-O Tensionfree vaginal Tape opturatorial) an. Dieses Band wird über zwei kleine Hautschnitte und einer kleinen Inzision der Vagina unter der Harnröhre eingebracht. Die Patientinnen sind meist am 2. postoperativen Tag entlassungsfähig.

Der unwillkürliche Urinverlust Belastungsinkontinenz des Mannes, ist heute ebenfalls mit Einlage eines zugfreien Bandes (TVT) zu behandeln. Diese Inkontinenz tritt beim Mann  z.B. nach einer Prostataoperation auf. Vor dem Eingriff sollte ebenfalls eine Urodynamik und eine Blasenspiegelung durchgeführt werden, um einen verletzten Schließmuskel oder andere Ursachen auszuschließen.

Überaktive Blasenentleerungsstörungen

Hierbei handelt es sich um eine zu hohe Aktivität des Blasenmuskels (Detrusor. Häufig lassen sich diese Störungen medikamentös behandeln. In unserer Klinik ist die Therapie mit
z.B. Botox-Unterspritzungen der Harnblasenmuskulatur bei Ausbleiben einer Verbesserung der Symptomatik unter medikamentöser Therapie möglich.  


Andrologie

Andrologie:

In unserer andrologischen Sprechstunde werden Ursachen der Kinderlosigkeit (Infertilität) und der erektilen Dysfunktion untersucht und Möglichkeiten der Therapie erörtert.

Infertilität

Bei der Infertilität  werden eine ausführliche Anamnese, Hormonanalysen, eine mikroskopische Untersuchung der Samenflüssigkeit und eine Ultraschalluntersuchung  von Hoden und Prostata durchgeführt.
Ursachen können z.B. Krampfadern (Varikozele), Leistenhoden oder  Entzündungen des Hodens und der Prostata sein.
Aber auch Gewohnheiten wie Alkohol- oder Nikotinabusus und bestimmte Chemikalien können eine Ursache darstellen.
Bei Krampfadern des Hodens bieten wir  z.B. eine Verödung (Sklerosierung nach Tauber) über einen kleinen Hodensackschnitt und Einbringen eines verödenden Alkohols in die betreffende Vene an. Dies wird in lokaler Betäubung ambulant durchgeführt.

 
Erektile Dysfunktion

Eine mangelnde Gliedsteife kann auch sehr unterschiedliche Ursachen haben. In unserer Sprechstunde bieten wir eine umfangreiche Diagnostik an, die aus einer speziellen Ultraschalluntersuchung mit Darstellung der versorgenden Gefäße der Schwellkörper (Duplex-Sonographie) und die Injektion gefäßaktiver Substanzen in den Schwellkörper (SKAT) besteht. In manchen Fällen ist die radiologische Darstellung der Schwellkörper (Carvernosographie) notwendig. Die Therapie der erektilen Dysfunktion wird hauptsächlich medikamentös durchgeführt. Hierzu stehen mehrere verschiedene Medikamente zur Verfügung.




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Urologie und Kinderurologie